Gebäudebrand 26. November 2014

Ichtershausen (Ilm-Kreis). Am Nachmittag finden Einsatzkräfte einen Toten. Vermutlich handelt es sich um den letzten Mieter des Gebäudes.

 

Fassungslos stehen Mittwoch Vormittag viele Ichtershäuser im Park. Ihr Blick ist auf ein Gebäude am Ende der Bahnhofstraße gerichtet. Dichter Qualm dringt aus dem Dach. Immer wieder schießen Stichflammen aus den Fenstern.

 

Gegen 10.20 Uhr gingen die ersten Notrufe ein. Die Mitarbeiterin einer benachbarten Firma hatte eine Explosion gehört. Kurz darauf züngelten Flammen aus der Mitte des Daches. Nur Minuten später war die Feuerwehr vor Ort. Da loderte das Feuer allerdings schon auf allen drei Etagen des Gebäudes.

 

Errichtet wurde das Haus vor etlichen Jahren von einer Großfamilie. Ein geräumiges Grundstück gehört dazu. Doch lebte zuletzt nur noch ein 49-Jähriger in dem Gebäude.

 

 

Der letzte Bewohner, wurde hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, habe angekündigt, unter gar keinen Umständen ausziehen zu wollen.

 

An diesen Spekulationen beteiligt sich die Polizei am Mittwoch nicht. "Wir wissen noch nicht, warum es zu dem Brand gekommen ist", betont Polizeisprecherin Karin Köhler.

 

Gebäude stand komplett in Flammen

 

Noch während die Löscharbeiten laufen, trifft die Spurensicherung der Kriminalpolizei ein und nimmt die Ermittlungen auf. Ergebnisse werden frühestens in einigen Tagen vorliegen, sagt Karin Köhler. Geprüft wird unter anderem, ob Brandbeschleuniger zum Einsatz kamen oder ob ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst hat.

 

Noch um die Mittagszeit ist unklar, wo der Mieter abgeblieben ist. Sein Auto steht vor der Tür, Arbeitskollegen berichten, er habe Urlaub.

 

Da das Feuer immer wieder entflammt, kann das Haus nur stückweise durchsucht werden. Auf dem Dach war eine Solaranlage installiert. Eine der schweren Platten stürzt ins Obergeschoss. Daraufhin werden alle Feuerwehrleute aus dem Gebäude gerufen. Vom Tragkorb der Drehleiter aus werden die übrigen Module demontiert.

 

 

Ob es sich um den Bewohner des Hauses handelt, vermag Karin Köhler zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Die Beamten müssen die Obduktionsergebnisse abwarten, heißt es.

 

Die Wahrscheinlichkeit ist aber groß, dass es sich bei dem Toten um den Mieter handelt. Die Stimmung unter den Feuerwehrleuten ist zu diesem Zeitpunkt noch gedrückter als zu Beginn der Löscharbeiten. Viele der ehrenamtlichen Einsatzkräfte stammen aus Ichtershausen und kennen die betroffene Familie. Die Wehren aus Arnstadt, Eischleben und Thörey schickten Verstärkung, denn schon zu Beginn ist klar, dass der Kampf gegen die Flammen viele Stunden dauern wird. Auch die Mitarbeiter des Bauhofs sind im Einsatz, sperren die Zufahrten ab, bitten Neugierige, den Rettungskräften nicht im Weg zu stehen. Sie besorgen auch Getränke und Speisen, damit die Feuerwehrleute kurze Pausen einlegen können.

 

Irgendwann steht auch Bürgermeister Uwe Möller (CDU) fassungslos vor dem Haus. Er kommt gerade aus Berlin und erfuhr auf der Autobahn von dem tragischen Geschehen. Den 55 Einsatzkräften und der Polizei spricht er ein großes Dankeschön aus.

 

Was aus dem Gebäude wird, ist derzeit noch völlig unklar. Den Schaden schätzt Karin Köhler auf mindestens 100 000 Euro. Die Flammen haben das Gemäuer aber so geschädigt, dass es vermutlich komplett abgerissen werden muss.

 

Bericht und Bilder zu diesem Ereigniss finden Sie auch unter folgenden Link:

 

Thüringer Allgemeine Arnstadt - Gebäudebrand Ichtershausen

 

Quelle: TA Arnstadt, 27.11.2014